eb technik 2

A

Ablenkfigur

Analoge Figuren (Kreis, Ellipse, Dreieck, Sägezahn, Parabel u. a. m.) dienen dazu, die Schweißkapillare so zu beeinflussen, dass ein gewünschtes Nahtprofil entsteht. Die Ablenkfrequenzen liegen üblicherweise unter 1.000 Hz, die Ablenkweiten am Werkstück unter 1 mm.

Ablenkraster

Ein Punktraster wird verwendet, um digitale Ablenkfiguren zu erzeugen. Dies wird vorzugsweise bei der schnellen Strahlablenkung genutzt – sowohl zum Mehrbadschweissen oder bei der Mehrprozesstechnik als auch bei der EB-Oberflächenmodifikation.

Ablenksystem

Dieses umfasst sowohl die Ansteuerung der Ablenkung als auch Verstärker und Spulensystem zur Erzeugung der ablenkenden Felder.

Ablenkung

Durch magnetische Felder wird der Elektronenstrahl in der x-y-Ebene (quer zur Strahlrichtung) so abgelenkt, dass er auf definierten (programmierten) Bahnen läuft. Auch das Ablenken von Punkt zu Punkt ist möglich, insbesondere auch in einer Punktemenge. Nahezu keine praktische Bedeutung hat die (meist unerwünschte) Ablenkung durch elektrische Felder.

Anode

Positive Elektrode (auf Erdpotential) im Strahlerzeuger-System mit zentraler Durchbohrung.

Arbeitskammer

Evakuierter Raum, in welchem das Werkstück bearbeitet wird. Die Wandung der Kammer erfüllt zugleich die Anforderungen zum Schutz vor Röntgenstrahlung.

Atmosphäre

Im Gegensatz zu fast allen anderen Schweißverfahren arbeitet das EB-Schweißen nicht bei Atmosphärendruck sondern unter Vakuum. Eine Ausnahme bildet das NonVac-Verfahren.

Automatisierung

Grundsätzlich arbeitet jede EB-Maschine vollautomatisch. Dies betrifft die maschineninternen Abläufe wie auch die eigentliche Technologie der Bearbeitung. Davon zu unterscheiden ist die Automatisierung der Be- und Entladung wie auch die Verkettung mit vor- bzw. nachgelagerten Arbeitsstufen; beides ist relevant bei der EB-Fertigung von Massenteilen.

B

Bauteilverzug

Die hochkonzentrierte Energieeinbringung und die optimalerweise parallelen Flanken des Nahtprofils reduzieren einen schweißbedingten Verzug auf ein Minimum, so dass das Bauteil nach dem Schweißen meist nicht nachbearbeitet werden muss.

Beobachten

Bedingt durch die Einhausung des Arbeitsbereiches erfolgt die Beobachtung über Fenster und/oder Lichtoptik, CCD-Camera und/oder elektronenoptischen Einblick.

Beschleunigungsspannung

Hochspannung zwischen Katode und Anode, mit der die aus der Katode emittierten Elektronen beschleunigt werden. Übliche Hochspannungswerte von EB-Maschinen betragen 60 oder 150 kV, gelegentlich auch weniger oder mehr. Die Beschleunigung führt zu Geschwindigkeiten der Strahlelektronen im Bereich 150.000 bis 200.000 km/s.

Blindnaht

EB-Schweißung ins volle Material hinein.

E

EB

Kurzform für electron beam

EB-Bearbeitung

Kurzform für Elektronenstrahlbearbeitung

EB-Bohren

Kurzform für Elektronenstrahlbohren

EB-Generator

Kurzform für Elektronenstrahlgenerator

EB-Löten

Kurzform für Elektronenstrahllöten

EB-Maschine

Kurzform für Elektronenstrahlmaschine

EB-Schweißen

Kurzform für Elektronenstrahlschweißen

Einzelfertigung

Viele EB-Anwendungen betreffen komplexe und/oder teure Werkstücke – darunter auch sehr große. Diese werden nicht automatisiert in Massen gefertigt, sondern erfordern Teil für Teil eine einzelne Einrichtung und Bearbeitung.

Electron Beam

Englisch für Elektronenstrahl; daher häufig verwendete Kurzbezeichnung: EB.

Elektronen

Elementarteilchen mit negativer Ladung (1,6 x 10-19 As) und extrem geringer Masse (9,1 x 10-31 kg). Sie werden durch das elektrische Feld zwischen Katode und Anode beschleunigt und durch magnetische Felder fokussiert bzw. abgelenkt.

Elektronenstrahl

Strahl aus Elektronen, welche eine so hohe kinetische Energie besitzen, dass sie bei Auftreffen auf einen metallischen Werkstoff diesen zum Schmelzen bzw. Verdampfen bringen. Damit lässt sich jedes Metall bearbeiten, egal wie hoch sein Schmelzpunkt liegt.

Elektronenstrahlbearbeitung

Oberbegriff für alle Arten der thermischen Bearbeitung eines Werkstückes mit dem Elektronenstrahl. Dazu gehören das EB-Schweißen, die EB-Oberflächenmodifikation, das EB-Bohren u. a.

Elektronenstrahlbohren

Indem die Tiefschweißkapillare ein Blech vollständig durchdringt und dann auf einen untergelegten Explosivstoff (kein Sprengstoff) trifft, wird die Schmelze oben heraus geschleudert: Es verbleibt ein Loch. Dies funktioniert bei dünnen und dickeren Wandstärken; die maximalen Bohrlochfrequenzen sind davon abhängig, können aber mehrere Tausend Löcher pro Sekunde betragen.

Elektronenstrahlgenerator

Baugruppe einer EB-Maschine, in welcher der Strahl erzeugt und geformt wird. Neben dem Strahlerzeuger enthält er Fokussier- und Ablenksysteme, eine Hochvakuumpumpe, ein optisches System zur Beobachtung des Werkstücks und des Prozesses. Ein Isolator erlaubt die Zuführung der Hochspannung. Der EB-Generator kann außen an/auf der Arbeitskammer fix oder verschiebbar montiert sein, er kann aber auch – bei großen Kammern - innen an einem Bewegungssystem montiert sein.

Elektronenstrahlhärten

Die am häufigsten angewandte Form der Oberflächenmodifikation mit dem Elektronenstrahl bei härtbaren Stählen oder Gusseisen, welche entweder vollständig in der Festphase (ohne jedes Anschmelzen) oder auch über die Flüssigphase (mit Anschmelzen der Oberfläche) ablaufen kann. Durch den Wärmeeintrag wird das Gefüge austenitisiert und durch die anschließende Selbstabschreckung (ohne Fremdmedium) Martensit gebildet. Das Elektronenstrahlhärten ist ein Kurzzeitprozess.

Elektronenstrahllöten

Modifikation des EB-Schweißens, wobei nicht beide Fügepartner aufgeschmolzen werden sondern nur einer oder ein zwischengelegtes Lotmaterial. Im Gegensatz zu anderen Wärmequellen gestattet es der Elektronenstrahl, die notwendige Wärme auch in die Tiefe einzubringen - ohne eine Zeit erfordernde Wärmeleitung.

Elektronenstrahlmaschine

Maschine zur Elektronenstrahlbearbeitung; die Bauform wird durch die konkrete(n) Aufgabe(n) bestimmt.

Elektronenstrahlmaterialbearbeitung

Siehe Elektronenstrahlbearbeitung

Elektronenstrahlschweißen

Die am häufigsten angewandte Methode der Elektronenstrahlbearbeitung. Typisch ist dabei der Tiefschweißeffekt, so dass große Materialquerschnitte in einer einzigen Lage verbunden werden können. Überwiegend werden die Fügepartner spaltfrei gestoßen und durch Aufschmelzen beider Berührungszonen verschweißt. Es bildet sich Schweißgut mit einem Querschnittsprofil, das sehr parallele Flanken haben kann und ein Verhältnis Tiefe:Breite bis zu 40:1. Bedingt durch dieses Nahtprofil und den insgesamt minimalen Energieeintrag ist der entstehende Schweißverzug äußerst gering. Daraus resultiert die Möglichkeit, fertig bearbeitet Einzelteile mittels EB zu verschweißen.

Energieeintrag

Der Energieeintrag bei allen Arten der EB-Bearbeitung entsteht durch Abbremsen der Strahlelektronen im Werkstoff (Metall); die kinetische Energie wird in Wärme umgewandelt. Verglichen mit allen anderen Schweißverfahren ist – bezogen auf einen bestimmten Fügequerschnitt – der Energieeintrag beim EB-Schweißen am geringsten.

Evakuierung

Da der Elektronenstrahl nur im Vakuum erzeugt werden kann, muss der Strahlgenerator evakuiert sein (kleiner 10-4 mbar). Auch in der Arbeitskammer ist ein Vakuum erforderlich (je nach Aufgabe 10-2 bis 10-6 mbar). Zur Vakuumerzeugung werden mechanische Pumpen, Öldiffusionspumpen oder Kryopumpen eingesetzt.

Evakuierungszeit

Zeit bis zum Erreichen des erforderlichen Prozessvakuums in der Arbeitskammer. Diese kann wenige Sekunden betragen (bei Maschinen für die Massenfertigung) oder auch viele Minuten (bei Großkammer-Maschinen). Durch Vakuumschleusen kann die Evakuierungszeit parallelisiert werden zur Hauptzeit.

F

Fertigungslinie

Jede EB-Maschine kann mit Maschinen zur vor- und/oder nachgelagerten Bearbeitung verkettet werden. Dazu gehören typischerweise Maschinen zur Reinigung, zum Fügen (Verpressen), Vorwärmen, Prüfen usw.

Fertigungszelle

siehe Fertigungslinie

Fokus

Der „Punkt“ auf der Achse des Elektronenstrahls, in dem die höchste Leistungsdichte vorliegt; durch die Fokussierung werden die Elektronen dort zusammengeführt. Die Lage des Fokus relativ zur Werkstückoberfläche ist ein wesentlicher Parameter für alle EB-Prozesse.

Fokussierspule

Elektrisch angesteuerte Zylinderspule im EB-Generator, in deren Innerem ein Magnetfeld gebildet wird, welches die Fokussierung des Elektronenstrahls bewirkt. Je nach Stärke des Stroms in der Fokussierspule wird die Lage des Fokus verschoben.

Fokussierung

Der durch die Anode hindurchgetretene divergente Elektronenstrahl wird mit Hilfe des Magnetfeldes der Fokussierspule in einem „Punkt“ fokussiert. Es ist typisch für den Elektronenstrahl, dass die Konzentration nicht auf eine einzige Ebene erfolgt, sondern über eine gewisse Wegstrecke, der Fokustaille, wirksam ist.

G

Gefüge

Metallurgische Struktur des zu bearbeitenden Werkstoffes; durch die Einwirkung des Elektronenstrahls – sowohl beim Schweißen als auch bei der Oberflächenmodifikation - wird das Gefüge (nur) in der Prozessumgebung geändert.

Generator

Siehe Elektronenstrahlgenerator

Glättung

Durch nochmaliges Überschweißen (Aufschmelzen) der Oberraupe einer EB-Naht (mit ausgewählten Parametern) können deren möglicherweise „raue“ Strukturen und/oder Einbrandkerben partiell eingeebnet werden. Gelegentlich wird auch von „Kosmetik“ gesprochen.

H

Hochspannung

Gleichspannung zwischen Katode und Anode im EB-Generator, welche die Elektronen zum Strahl beschleunigt. Je nach Maschinentyp und Anwendungsfall liegen übliche Hochspannungen für die EB-Bearbeitung zwischen 60 und 150 kV.

J

Job Shop

Unternehmen (oder Abteilung), in der für externe Kunden EB-Bearbeitungen (Lohnbearbeitungen) durchgeführt werden.

K

Kammermaschine

Basistyp einer EB-Maschine, bei dem in einer Arbeitskammer das oder die zu bearbeitende(n) Werkstück(e) platziert werden, wobei diese Arbeitskammer zyklisch geöffnet, neu bestückt, geschlossen und evakuiert wird.

Kapillare

Häufig auch Schweißkapillare oder key hole genannt – vgl. Tiefschweißeffekt.

Kathode

Teil des Strahlerzeuger-Systems, aus dem infolge seiner hohen Temperatur freie Elektronen austreten, welche dann zum Strahl geformt werden. Typische Katodenmaterialien sind Wolfram und Lantanhexaborid. Man unterscheidet direkte Heizung der Katode (mittels Stromdurchfluss) und indirekte Heizung (mittels Primärelektronenbeschuss).

Kosmetik

siehe Glätten

L

Linse

Die Fokussierspule zur Erzeugung des Magnetfeldes wird auch als magnetische Linse oder Linsenspule bezeichnet.

Lohnbearbeitung

siehe Job Shop

Lohnschweißen

siehe Job Shop

M

Magnetische Linse

siehe Fokusspule

Massenfertigung

EB-Bearbeitung ist mit großen Vorteilen auch in der Fertigung von Massenteilen möglich, wobei vorzugsweise Taktmaschinen oder Schleusenmaschinen eingesetzt werden, welche kurze Nebenzeiten gewährleisten.

Materialkombination

Mit dem Elektronenstrahl lassen sich zahlreiche Metallkombinationen fügen; in einigen Fällen sind besondere Maßnahmen erforderlich, um eine ausreichende Festigkeit zu erhalten.

Metallurgie

Gemeint ist die Schweißmetallurgie, d.h. die Veränderung des Gefüges bei der EB-Bearbeitung.

N

Nahtbreite

Breite der Schmelzzone (im Querschliff) einer durch Tiefschweißeffekt erzielten Naht.

Nahtprofil

Im Querschliff erkennbare Schmelzzone (und ggf. Wärmeeinflusszone) einer durch Tiefschweißeffekt erzielten Naht. Typisch für das EB-Schweißen ist ein Nahtprofil mit parallelen Schmelzzonenflanken.

Nahttiefe

Tiefe der Schmelzzone (im Querschliff) einer durch Tiefschweißeffekt erzielten Naht.

Nahtvorbereitung

Gemeint ist damit die Vorbereitung der Fügestelle. Beim EB-Schweißen (im Vakuum) ist eine präzise Vorbereitung erforderlich (technischer Nullspalt) und möglich (kein nennenswerter Bauteilverzug, so dass fertig bearbeitete Einzelteile gefügt werden können). Zum EB-Schweißen geeignet sind alle bekannten Nahtarten wie z.B. Stumpfstoß, Überlappstoß, T-Stoß, Bördelstoß u. a. m.

NonVac

Kurzform für Nonvacuum-Elektronenstrahlschweißen.

Nonvacuum-Elektronenstrahlschweißen

Sonderform des EB-Schweißens, bei welchem sich das Werkstück nicht in einer evakuierten Kammer befindet. Der spezielle EB-Generator ist dazu mit Druckstufen ausgestattet, die den Strahl an die freie Atmosphäre austreten lassen. Durch Kollision der Elektronen mit den Gasmolekülen der Atmosphäre wird der Strahl etwas breiter als im Vakuum, wodurch sich Werkstück-Toleranzen leicht überbrücken lassen. Mit dem NonVac-Elektronenstrahl kann allerdings nicht so tief und so schmal geschweißt werden wie im Vakuum, auch ist der Arbeitsabstand beschränkt.

O

Oberflächenmodifikation

Manchmal auch Randschichtbehandlung genannt. Durch thermische Beaufschlagung der Werkstückoberfläche in definierten Zonen (lokal) gelingt es, die Eigenschaften in einer Randschicht (übliche Dicken 0,1 – 1,5 mm) zu ändern, um diese an die zu erwartenden Belastungen anzupassen. Dazu gehören das Härten, das Umschmelzen, das Legieren, das Einbetten, das Strukturieren usw.

P

Pumpstand

Summarischer Begriff für das System zur Evakuierung einer EB-Maschine. Es besteht aus Pumpen, Ventilen, Rohrleitungen und Mess-Systemen und wird vollautomatisch gesteuert.

Q

Qualität

Die Aussage zur Qualität einer EB-Bearbeitung bezieht sich sowohl auf die äußeren und inneren Fehler (Kerben, Wurzelfehler, Auswürfe, Poren, Risse, Bindefehler usw.) als auch auf die Form des Nahtprofils und insbesondere der Nahttiefe.

R

Reinigung

Da beim EB-Schweißen alle Verunreinigungen die Schmelzmetallurgie und damit die Qualität der Naht beeinflussen, ist eine gründliche Reinigung des Stoßbereiches und seiner Umgebung erforderlich. Im Falle von wässrigen Reinigern ist auf vollständige Trocknung zu achten, bevor die Werkstücke ins Vakuum kommen.

Rundtischmaschine

Siehe Taktmaschine

Röntgenstrahlung

Bei jeder Abbremsung schnell bewegter Elektronen entsteht Röntgenstrahlung – so auch in (!) jeder EB-Maschine. Deshalb gilt diese gemäß Röntgenverordnung als so genannter Störstrahler, dessen Betrieb genehmigungspflichtig ist. Die Röntgenstrahlung wird durch den Aufbau der Maschine sicher abgeschirmt, so dass keine Personen in ihrem Umfeld geschädigt werden können.

S

Schleusenmaschine

Sowohl bei einer Kammermaschine als auch bei einer Taktmaschine ist ein solcher Aufbau möglich, so dass eine frisch mit Werkstück(en) beladene Kammer (= Schleusenkammer) evakuiert wird, während zeitgleich in der eigentlichen Arbeitskammer die EB-Bearbeitung abläuft. Nach Ende des Prozesses erfolgt der Austausch unter Vakuum. Die Evakuierungszeit geht somit nicht in die Zykluszeit ein.

Schnelle Strahlablenkung

Im Unterschied zur niederfrequenten Ablenkung für die Beeinflussung der Schweißkapillare ist für Anwendungen mit Mehrbad- oder Mehrprozesstechnik eine extrem schnelle Ablenkung erforderlich (bis zu 1 MHz von Punkt zu Punkt).

Schutzgas

Beim Lichtbogen- und beim Laserstrahlschweißen einzusetzen, um die Metallurgie der Schmelze vor dem schädigenden Einfluss der natürlichen Atmosphäre zu schützen. Bei der EB-Bearbeitung ist kein Schutzgas erforderlich – auch nicht beim NonVac-Verfahren.

Schweißbarkeit

Oberbegriff für die miteinander wechselwirkenden Einflüsse von Schweißeignung, Schweißsicherheit und Schweißmöglichkeit.

Schweißeignung

Die werkstoffspezifische Eigenschaft, sich (z.B. mit dem EB) schweißen zu lassen, ohne gravierende Fehler zu erzeugen. Dies gilt in besonderer Weise auch für die Kombination von Werkstoffen. Fälschlicherweise wird die Schweißeignung oft als Schweißbarkeit bezeichnet.

Schweißen

Das stoffschlüssige Verbinden zweier Fügepartner, wobei meist eine gemeinsame Schmelze erzeugt wird, welche dann als verbindendes Schweißgut erstarrt. Bei konventionellen Schweißverfahren wird häufig ein Zusatzwerkstoff eingesetzt; beim EB-Schweißen ist dies nicht erforderlich – aber auch möglich.

Schweißkapillare

Häufig auch nur Kapillare oder key hole genannt – vgl. Tiefschweißeffekt

Schweißmetallurgie

Gesamtheit der metallurgischen Prozesse bei der Vermischung und beim Abkühlen der beim Schweißen erzeugten flüssigen Werkstoffe.

Schweißtechnologie

Im engeren Sinne wird damit die Gesamtheit aller auf den Prozess bezogenen Parameter für eine spezielle Anwendung bezeichnet.

Steuerung

Die S. einer EB-Maschine erlaubt deren vollautomatischen Betrieb und programmierten Prozessablauf. Meist werden CNC-Steuerungen verwendet, für einfachere Anwendungen aber auch SPS.

Strahlenergie

Energie der Strahlelektronen in ihrer Gesamtheit. Gemeint ist hiermit häufig auch (physikalisch nicht korrekt) die Strahlleistung.

Strahlenschutz

Siehe Röntgenstrahlung

Strahlerzeuger

Üblicherweise ein Triodensystem aus Katode (auf Hochspannungspotential), Anode (auf Erdpotential) und dazwischen liegender Steuerelektrode (Wehnelt). Die Elektronen werden aus der Katode emittiert und durch die Bohrung der Anode hindurch Richtung Werkstück beschleunigt.

Strahljustierung

Damit der Elektronenstrahl im fokussierenden Magnetfeld der Linsenspule keine seitlich Ablenkung erfährt, muss er auf exakt mittigen Durchgang justiert werden. Dazu dienen gekreuzte Justierspulen oberhalb der Linse.

Strahlleistung

Die Strahlleistung ergibt sich als Produkt von Hochspannung und Strahlstrom; sie reicht für typische Anwendungen von wenigen Watt bis zu 60 kW.

Strahlprofil

Strahlprofil bezeichnet die Form der Leistungsdichteverteilung des vom EB-Generator ausgehenden Elektronenstrahls. Typisch sind eine über mehrere Millimeter reichende Strahltaille (höchste Leistungsdichte) und defokussierte Bereiche ober- und unterhalb dieser. Von besonderer Bedeutung ist die Radialgeometrie der Leistungsdichteverteilung, welche idealerweise einer Gauß-Verteilung entsprechen sollte.

Strahlstrom

Gemeint ist die Stromstärke (gemessen in Milliampere [mA]) des wirksamen Elektronenstrahls. Da dieser von seiner Erzeugung bis zum Werkstück nahezu keine Verluste erleidet, ist der Wirkungsgrad bei der EB-Bearbeitung sehr hoch. Die Höhe des Strahlstromwertes wird gesteuert über die elektrische Spannung an der Wehnelt-Elektrode und ist einstellbar in Stufen von Zehntel Milliampere.

Strahltaille

Bereich des kleinsten Durchmessers des fokussierten EB-Strahls mit höchster Leistungsdichte. Siehe auch Strahlprofil.

Stückzeit

Insbesondere bei der Massenfertigung ist die Stückzeit (als floor-to-floor time) von Bedeutung. Sie wird bei der EB-Bearbeitung nicht nur durch den eigentlichen EB-Prozess bestimmt, sondern auch durch die Nebenzeiten. Es gibt Maschinentypen (Taktmaschinen, Schleusenmaschinen), welche sehr geringe Nebenzeiten erlauben.

T

Taktmaschine

Meist für Massenteile genutzter Maschinentyp, wobei mit mehreren Stationen im Wechseltakt gearbeitet wird. Je nach Bauweise sind sehr unterschiedliche Abläufe realisierbar.

Taktzeit

Gesamtzeit für einen kompletten Arbeitszyklus einer EB-Maschine. Die Taktzeit wird oft fälschlicherweise als Synonym für die für die Produktivität wichtigere Stückzeit benutzt; beide sind jedoch nur gleich, wenn je Takt nur 1 Werkstück bearbeitet wird.

Technologie

Im engeren Sinne die Gesamtheit aller Parameter zur EB-Bearbeitung

Tiefschweißeffekt

Typisch für das Strahlschweißen ist das (von den Parametern abhängige) tiefe Eindringen in den Werkstoff: Es bildet sich eine Schweißkapillare, in deren Zentrum sich Metalldampfplasma befindet, welches den eintreffenden Elektronen kaum Widerstand entgegensetzt, und dessen Wandung aus schmelzflüssigem Metall besteht. Im Fortschreiten des Prozesses (Relativbewegung von Strahl und Werkstück) erstarrt diese Schmelze an der Rückseite der Kapillare und bildet das Schweißgut der Naht, während an der Vorderfront ständig neuer Werkstoff aufgeschmolzen wird.

V

Vakuum

Die Erzeugung des Elektronenstrahls und sein „Transport“ in die Arbeitskammer sind nur im Vakuum möglich. Gasmoleküle würden seine Leistungsdichte reduzieren.

Vakuumkammer

Siehe Arbeitskammer

Verbrauch

Die Kosten bestimmen sich aus dem Verbrauch von Elektroenergie und Pressluft sowie aus dem Ersatz von Katoden. Hinzu kommen Vakuumdichtungen und Pumpenöle bei turnusmäßigen Wartungsarbeiten. Insgesamt sind die Verbrauchskosten ausgesprochen moderat.

Verbrauchskosten

Die Kosten bestimmen sich aus dem Verbrauch von Elektroenergie und Pressluft sowie aus dem Ersatz von Katoden. Hinzu kommen Vakuumdichtungen und Pumpenöle bei turnusmäßigen Wartungsarbeiten. Insgesamt sind die Verbrauchskosten ausgesprochen moderat.

Verkettung

Siehe Automatisierung

Verzug

Siehe Bauteilverzug

W

Wehnelt-Elektrode

Der EB kann nicht nur Teile aus einem einheitlichen Werkstoff verbinden, sondern insbesondere auch solche aus unterschiedlichen. Die Schweißeignung im Falle von Werkstoffkombinationen ist entschieden abhängig von der Metallurgie des gemeinsamen (gemischten) Schmelzbades. Intermetallische Phasen können die Festigkeit begrenzen; durch die Verwendung von Zusatzwerkstoff kann dieser Effekt unterdrückt werden.

Wirkungsgrad

Der sogenannte „Steckdosen-Wirkungsgrad“ einer EB-Maschine schließt sowohl die hoch effektive Strahlerzeugung selbst ein als auch den Aufwand zur Evakuierung, Bewegung und Kühlung usw. Abhängig von Maschinentyp und angewandter Strahlleistung erreicht dieser summarische Wirkungsgrad Werte > 60%.

Z

Zusatzwerkstoff

Das EB-Schweißen ist an sich ein so genanntes autogenes Verfahren, d.h. die zu verbindenden Partner werden an der Fügestelle anteilig aufgeschmolzen und bilden dann selbst das Schweißgut. In besonderen Fällen kann Z. eingesetzt werden, um z.B. die Schweißmetallurgie zu beeinflussen oder um Toleranzen zu überbrücken.

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